Heide Simonis
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gründerinnen und Gründer von „Go Ahead!“,
mit großer Freude habe ich von der Gründung des Vereins „Go Ahead!“ erfahren. Hier haben sich junge Menschen zusammengefunden, die alle im letzten Jahr in Südafrika (KwaZulu Natal) gearbeitet haben und sich nach ihrer Rückkehr in Deutschland auch weiter für Kinder einsetzen wollen. Für Kinder, denen AIDS und Armut jegliche Perspektive raubt. Bildungsprojekte sollen ihnen die Chance auf eine bessere Zukunft geben: Vorschulen bieten Kindern ab drei Jahren eine professionelle Betreuung und eine warme Mahlzeit, Waisenkindern soll durch Patenschaften der Schulbesuch finanziert werden. Volontäre aus Deutschland können in den Projekten ehrenamtlich mitarbeiten. Beispielsweise während ihres Zivildienstes oder eines Freiwilligen Sozialen Jahres.
Welches Ausmaß die AIDS-Katastrophe für Kinder hat, lässt sich durch Zahlen allein nicht fassen: Die Krankheit hat weltweit bereit über 15 Millionen Kindern zu Waisen gemacht – das sind mehr Kinder als in ganz Deutschland leben. Die meisten AIDS-Waisen kommen aus Südafrika. 1,2 Millionen Kinderhaben dort Mutter, Vater oder beide Eltern verloren. Die meisten können nicht zur Schule gehen, weil ihnen die Mittel für Schulgeld, Kleidung, Busfahrkarten, Hefte Stifte und Bücher fehlen. Oft werden Kinder mit AIDS-kranken Angehörigen ausgegrenzt und diskriminiert. Der Hunger und die Angst vor Obdachlosigkeit sind allgegenwärtig. Es fehlt an Medikamenten und Menschen, die sich um die oft traumatisierten Überlebenden kümmern.
Die unvorstellbare Not kann niemanden kalt lassen. „Go Ahead!“ greift zu dem einzigen Mittel, das den Kindern in dieser Situation Hoffnung verspricht: Bildung. Kinder, die zur Schule gehen können, wachsen zu eigenständigen Persönlichkeiten auf, die für sich selbst sorgen und ihr Schicksal wenden können. Sie lernen nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern erhalten auch überlebenswichtige Informationen, beispielsweise wie sie sich vor AIDS schützen können. Nur so haben sie eine Chance, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und ihr Leben in die Hand zu nehmen.
GO AHEAD! Macht weiter so! Ich wünsche Eurem Verein viel Erfolg und viele neue Mitstreiter. Denn die Kinder in Südafrika brauchen jede Hilfe.

Heide Simonis, ehemalige UNICEF-Vorsitzende




