Heartbeat-Konzept
Das Heartbeat-Konzept:
Heartbeat verfolgt mit seinen Projekten einen völlig neuen Ansatz, um der steigenden Zahl an Aidswaisen entgegenzutreten und möglichst vielen Kindern ein sicheres Umfeld zum Lernen zu ermöglichen.
Situation
Da die Zahl der Aidswaisen in den letzten Jahren immer weiter gestiegen ist und eine erschreckende Zahl von über 2.2 Mio. Kinder in Südafrika erreicht hat (Quelle: UNAIDS HIV-Report 2004), sind herkömmliche Konzepte nicht ausreichend. Es ist nicht möglich, allen Kindern die Aufnahme in ein Kinderdorf zu ermöglichen, es können gar nicht genug Waisenhäuser gebaut und betreut werden, um die Zahl der Kinder zu versorgen.
Heartbeat hat deshalb ein neues Konzept entwickelt, das auch von den zuständigen Behörden (muss noch mal nachgucken welche das ist) als Konzept zur Versorgung von Waisenkindern anerkannt wurde.
Das Heartbeat Konzept – ein dezentraler Ansatz!
Das dezentrale Heartbeat-Konzept belässt die Kinder in ihrem ursprünglichen Zuhause und sorgt dafür, dass die Kinder nicht in ein Heim, Kinderdorf, etc. kommen.
Dies bedeutet, dass die Kinder infolge dessen nicht von der Dorfgemeinschaft (Community) isoliert werden, sondern ein Bestandteil dieser bleiben. Als sogenannte „Granny-headed households“ (von Großmüttern geführte Haushalte) kümmert sich die Großmutter weiter um die Kinder, oder im Falle der „Child-headed households“ die jeweils älteren Geschwister um die jüngeren.
Warum ein dezentraler Ansatz?
Die Situation und ihr Ausmaß lassen es nicht zu, alle Kinder nach herkömmlichen Konzepten zu betreuen. Des Weiteren gibt es auf begrenztem Raum (in einer Gemeinde, Region) so viele Aidswaisen, dass ein dezentrales Konzept die Versorgung von weitaus mehr Kindern zulässt.
Was bedeutet das konkret?
Nach der Schule haben die Kinder mit dem Learning Center (oder: After School Center) eine sichere Einrichtung, in der sie ihre Hausaufgaben erledigen können und Nachhilfe sowie Betreuung erhalten. Darüber hinaus bekommen die Kinder eine warme nahrhafte Mahlzeit am Tag, werden von universitär ausgebildeten Sozialarbeiter/innen psychologisch betreut und nehmen an Workshops zu Themen wie: HIV-Prävention, Finanzmanagement, Drogen, etc.teil.
Neben der Betreuung im Learning Center (After School Center) werden die Kinder regelmässig (1-3 mal pro Woche) von ausgebildeten Gemeindearbeitern bzw. den Sozialarbeitern zuhause besucht. Die Gemeinde-/Sozialarbeiter sehen nach dem Rechten und helfen auch bei alltäglichen Dingen, wie kochen, etc.
Damit die Kinder wirklich rund um die Uhr einen Ansprechpartner haben, werden ebenfalls Gemeindemitlieder (so genannte „Buddies“) in das Heartbeat-Konzept involviert. Die Buddies sind im weiteren Sinne Nachbarn, die sich ebenfalls um die Kinder kümmern und ihnen bei Problemen zur Seite stehen.
Durch seine Arbeit kümmert sich Heartbeat nicht nur um die Kinder, sondern trägt mit seinem Konzept auch dazu bei, dass die Gemeinden die Situation selbst begreifen. Noch zu oft werden Aidswaisen von der Gemeinde ausgeschlossen und stigmatisiert, da Angst und Aberglaube auch heute noch in weiten Teilen der Bevölkerung vorherrschen.
Dadurch, dass aber Gemeindemitglieder, als ausgebildete Gemeindearbeiter, oder freiwillige Buddies, selbst in die Arbeit mit den Aidswaisen involviert sind, setzen sie sich mit der Situation auseinander und tragen zu einer Überwindung der „Stigmatisierung“ bei. Des Weiteren stellt die Gemeinde so einen starken Rückhalt für die Kinder da, die zum einen nicht von ihren Altersgenossen getrennt leben und aufwachsen, und zum anderen auch nicht ihre Wurzeln in der Gemeinde verlieren.

Heartbeat verfolgt sein dezentrales Konzept allerdings nicht nur selbst, sondern gibt das Wissen sowohl an Sozial- und Gemeindearbeiter, die durch Heartbeat ausgebildet werden (Gemeindearbeiter) oder die Chance auf eine Ausbildung (Sozialarbeiter – universitär) erhalten, sowie an andere Organisationen, die sich ebenfalls um Aidswaisen kümmern, weiter. Dies geschieht im Rahmen eines „Training & Mentorship“ Programmes.
Durch das Heartbeat-Konzept sollen bis zum Jahr 2010 50.000 Aidswaisen erreicht werden, was ein grosser Schritt zur Überwindung der momentanen, schockierenden Situation wäre.




