Im Februar diesen Jahres haben wir uns mit einer sechsköpfigen Gruppe von Go Ahead! Mitgliedern nach Südafrika aufgemacht, um im Zuge einer Study Tour die meisten der ortsansässigen Projektpartner zu besuchen.Mit dabei waren Vorstandsvorsitzender Sebastian Wittag, Alina Linke, Niklas Meyer, Jonas Ohlmeier, Jascha Mindermann und Michael Cordes.

Grundsätzlich war die Gruppe noch um einige Mitglieder stärker, denn eigentlich wollten wir an einem BRICKS Projekt teilnehmen, das kurz vor dem Jahreswechsel aufgrund nicht erfolgter Baugenehmigungen jedoch abgesagt werden musste. 

Kurzentschlossen entschieden wir uns auf Vorschlag der Projektleitung von BRICKS jedoch dazu, aus dem BRICKS Projekt heraus eine Study Tour zu planen, da dies das letzte Mal in 2014 umgesetzt wurde.

Der erste Besuch erfolgte bei der Transitions Foundation an der Allanridge High School in Rabie Ridge, Johannesburg. Hier bekommen lernstarke SchülerInnen der zehnten und zwölften Klasse die Möglichkeit  an Zusatzangeboten in diversen Lernfeldern, welche vorwiegend am Wochenende stattfinden, teilzunehmen. Dadurch steigern sich Ihre Chancen um nach der Schule eine Universität besuchen zu können. Wir hatten die Möglichkeit uns ein paar Stunden mit der Gruppe zu beschäftigen. Zuerst haben wir ein Quiz über Südafrika und Deutschland vorbereitet – was am Ende fast ausgeartet wäre, da die Gruppen alle gewinnen wollten. Anschließend haben wir uns und Go Ahead! vorgestellt, was im Anschluss zu einer äußerst lebhaften Diskussions- und Fragerunde geführt hat. Der Nachmittag hat unheimlich viel Spaß gemacht.

Die Study Tour Gruppe und die SchülerInnen des Programms der Transitions Foundation

Im Anschluss an den Nachmittag hat uns Sibongile, die sich ebenfalls für das Projekt engagiert, noch zum Essen eingeladen. Dabei konnten wir weitere Fragen stellen und uns über diverse Dinge unterhalten.

Als nächstes haben wir die Pastoral Preschool in Kliptown, einem großen Township in Johannesburg, angesteuert. Dort angekommen, wurden wir von Maggie, der Leiterin von Pastoral, und von zahlreichen strahlenden Kinderaugen empfangen. Die Begeisterung und Wärme, die uns entgegen gebracht wurde, war unbeschreiblich. Vor ihrem Mittagsschlaf hat uns eine Gruppe dann sogar noch eine Willkommensperformance vorgeführt. Nachdem Maggie uns herumgeführt hat und wir uns ein wenig unterhalten konnten, haben wir den Nachmittag wieder genutzt, um uns mit den ein- bis sechsjährigen Kindern zu beschäftigen. Ein paar Tage später sind wir nochmal hingefahren, diese Einrichtung ist wirklich wunderbar und liebenswert. Alle ErzieherInnen waren mit sehr viel Herzblut und Wärme am Werk, trotz diverser widriger Umstände von denen uns berichtet wurde.

Gruppe mit Maggie 2.v.l. und einigen Erzieherinnen

Zwischen den zwei Besuchen bei Pastoral sind wir nach Pretoria hochgefahren, um uns mit den Verantwortlichen von Heartbeat, unserem längsten Partner in Südafrika, zu treffen. Heartbeat war bis vor kurzem für das Learning Center in KwaZulu Natal verantwortlich, hat dies jedoch nun an Bakusasa abgegeben. Wir saßen lange mit zwei Damen zusammen, die uns über die Entwicklung der vergangenen Jahre und die momentane Umstrukturierung berichtet haben. Heartbeat fokussiert sich nun mehr auf die Förderung von Start Ups und Unternehmern, da aus ihrer Sicht vor allem Gründer in Südafrika mit diversen Problemen zu kämpfen haben und fehlendes Know How und ein Defizit an Unterstützung oft schon früh zum Scheitern der Unternehmung führen. Herzstück dieses Unterfangens ist eine App, die ein gegenseitiges Mentoring für branchengleiche Starter ermöglichen soll und auch grenzüberschreitend nutzbar sein wird.

Heartbeat betreibt jedoch auch noch Leadership Programme, in denen Jugendliche Vorbilder für Jüngere sein sollen und diese unterstützen. Dies findet hauptsächlich in Learning Centern statt, wovon wir eines am nächsten Tag besucht haben. Dort haben wir ein Gespräch mit dem Schuldirektor führen können und den Nachmittag haben wir wieder mit den Kindern und den LehrerInnen verbracht.

Besuch im Learning Center in Nellmapius, Pretoria

Der letzte gemeinsame Besuch führte uns dann zum Learning Center nach KwaZulu Natal, einem Projekt, das Go Ahead! schon lange und mit viel Herz unterstützt hat. Justice von Bakusasa hat uns in Empfang genommen und herumgeführt. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, welche Eindrücke dort auf uns zukamen. Das Learning Center liegt in einer ländlichen Umgebung, verfügt weder über fließend Wasser, noch über Elektrizität. Die Schulwege für die SchülerInnen betragen bis zu 40 km und nicht für alle ist ein Platz in dem Bus vorhanden, der nachmittags einmal kommt. Arbeitsplätze sind in der Region sehr rar, produzierendes Gewerbe sucht man vergebens. Justice hat uns anschließend auch noch im Dorf herumgeführt und wir konnten einen Schüler und seinen Onkel zu Hause besuchen.

Es war eine bemerkenswerte Erfahrung. Trotz der widrigen Umstände waren alle BetreuerInnen mit sehr viel Engagement und Herzblut bei der Sache. Sie haben viel Freude verbreitet und wir konnten uns vergewissern, dass dort aus sehr wenig sehr viel gemacht wird. Das von Go Ahead! finanzierte Klettergerüst wurde außerdem sehr gut angenommen, auch wenn schon einige Gebrauchsspuren und Schäden zu sehen waren.

    

Foto mit einigen Kindern des Learning Centers

Zu guter Letzt habe ich (Michael Cordes) auch noch ein von UTS (United Through Sports) organisiertes und von Go Ahead! finanziertes Summer Sports Camp besucht. Dafür bin ich für eine Woche nach Port Elizabeth runtergefahren. Ich konnte mich davon überzeugen, dass UTS sehr gut organisiert ist. Es sind immer um die 40 Volunteers aus fast allen Ecken der Welt vor Ort, um ein breites Sportangebot für die Kids aus den umliegenden Gebieten anzubieten. Nun ging es jedoch um ein Sommerferiencamp, das über vier Tage angeboten wurde und vor allem dazu beitragen sollte, dass die Kinder aus den Townships während der Ferien ein sportliches und pädagogisches Freizeitangebot vorfinden konnten. Es waren um die 150 Kinder für das Camp angemeldet, am ersten Tag fanden sich jedoch nur 40 ein. Begleitumstände, die man in Südafrika immer wieder berücksichtigen muss. Über die nächsten Tage kamen dann immer mehr und am letzten Tag waren über 100 Kinder vor Ort. Nachdem wir an den ersten drei Tagen mit allen Kinder abwechselnd Trainingseinheiten in den Sportarten Fußball, Rugby, Netball und Hockey absolviert haben, konnten die Kinder für den letzten Tag eine Sportart wählen in der sie dann in einem Turnier die jeweiligen Sieger ermittelt haben.

Wir haben mit der Gruppe im Vorfeld eine Spendenparty organisiert, bei der wir unter anderem Trikots gesammelt haben. Diese habe ich in diesem Zusammenhang bei der Siegerehrung verteilt, wobei jedes der über 100 Kinder ein Trikot bekommen hat.

TeilnehmerInnen und BetreuerInnen des UTS Sommerferiencamps

Es war eine beeindruckende und tolle Tour. Es war wundervoll mit den Leuten vor Ort ins Gespräch zu kommen, die jeden Tag tolle Arbeit leisten. Oft unter erschwerten Bedingungen, aber immer mit viel Herz und Leidenschaft. Ein großer Dank geht an alle, die uns unterstützt haben, vor allem Lena und Ines und an die unzähligen Menschen, die uns mit so viel Wärme und Gastfreundlichkeit empfangen haben. Siyabonga…

 

Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder mit * markiert

*